Glossar
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HeizAnlV (Heizungsanlagenverordnung)Die "Verordnung über energiesparende Anforderungen an heizungstechnische Anlagen und Brauchwasseranlagen (Heizungsanlagen-Verordnung - HeizAnlV)" stellte Anforderungen an die Ausstattung und die Auslegung von Zentralheizungen mit Wasser als Wärmeträger sowie an Warmwasseranlagen. Bestimmte Anforderungen insbesondere bezüglich der Regelung galten darüber hinaus auch für Einzelheizgeräte. Die Verordnung trat 1978 erstmal in Kraft und wurde mehrfach novelliert bis sie 2002 in die EnEV überführt wurde. | ||
Heizgradtag [Kd/a]Ein Heizgradtag wird anhand der Heizgrenztemperatur von 15 °C (festgelegt in der VDI-Richtlinie 2067/DIN 4108 T6) und der Innenraumtemperatur von 20 °C ermittelt. Im Passivhaus liegt die Heizgrenze durch die Trägheit des Gebäudes bei 9,5 bis 11 °C. Im PHPP werden bei einer Bilanzierung nach Standard-Klima 84 kKh/a Heizgradtage bilanziert (Heizperiodenverfahren ~ April bis September). | ||
HeizkostenV (Heizkostenverordnung)Die Verordnung regelt die Aufteilung der Heiz- und Warmwasserkosten bei zentral versorgten Gebäuden mit mindestens zwei Nutzeinheiten. Ferner werden die Pflicht zur Verbrauchserfassung sowie die Ausstattung mit technischen Einrichtungen zur Verbrauchserfassung geregelt. Ausgenommen sind Wohngebäude, die über nur zwei Wohnungen verfügen, von denen eine vom Eigentümer selbst bewohnt wird, sowie (hinsichtlich der Heizwärme) auch Alters- und Pflegeheime, Studenten- und Lehrlingsheime und vergleichbare Gebäude oder Gebäudeteile. Zur Erstellung von Energieverbrauchsausweisen die Energieverbräuche gem. HeizkostenV zu ermitteln. Die Verordnung wurde 1981 erstmals erlassen und mehrfach novelliert (z.B. 1984, 1989, ..., 2008). | ||
HeizkurveDen Zusammenhang zwischen der Außentemperatur und der für die Erwärmung der zu beheizenden Fläche notwendigen Vorlauftemperatur wird durch die Heizkurve beschrieben. Die Heizkurve hängt vom Gebäude ab und wird im Regelfall durch Probieren während des Betriebes ermittelt. Die Einstellung geschieht in der Regelung der Heizung und bestimmt unter Einbeziehung der Außentemperatur die Vorlauftemperatur. | |
Heizlast [kW]Die Heizlast ist die maximal über einen Wärmeerzeuger bereitzustellende Heizleistung. Die kältesten Tage im Jahr, meist im Januar und Februar, bestimmen die maximale Heizlast. Dies ist die Leistung, die zur Aufrechterhaltung behaglicher Innenraumtemperaturen bereit stehen muss. | ||
Heizleistung [kW]Die Heizleistung ist die von einem Wärmeerzeuger in einer bestimmten Zeit (z.B. einer Stunde) abgegebene nutzbare Heizwärme. Sie wird angegeben in kW (Kilowatt). Die Heizleistung muss mindestens der Heizlast entsprechen. | ||
HeizraumBezeichnung für Räume mit Feuerstätten unter Nutzung fester Brennstoffe (z. B. Stückholz). Die Anforderungen regelt die Muster-Feuerungsverordnung (MFeuVO). | |
HeizregisterEin Heizregister ist eine Komponente in einer Komfortlüftungsanlage, wenn das Gebäude über die Zuluft beheizt wird. Es wärmt die Zuluft elektrisch oder hydraulisch vor. Ebenso kann es zum Frostschutz des Wärmetauschers eingesetzt werden. | |
HeizstabHeizstäbe sind metallene Stäbe durch die Strom geleitet wird. Dadurch, dass sich diese dann erwärmen, können Trägermedien (Sole, Wasser) erwärmt werden. | ||
HeizwärmebedarfMit dem Heizwärmebedarf wird der Nutzenergiebedarf ermittelt, der zur Aufrechterhaltung der gewünschten Innenraumtemperatur notwendig ist. Dieser ist abhängig von der Gebäudehüllqualität (Regelbauteile, Wärmebrücken, Luftdichtheit), dem Lüftungskonzept (Fenster, mechanische Lüftung, WRG) den Nutzeranforderungen (Raumsolltemperatur) und dem Standortklima (Außentemperatur). Anlagenverluste und eine Bewertung des eingesetzten Energieträger werden hiermit nicht bewertet. | |
HeizwertDer Heizwert Hi, (veraltet unterer Heizwert Hu) ist die Wärme, die bei vollständiger Verbrennung eines Kubikmeters Brennmaterials frei wird, wenn die Anfangs- und Endprodukte eine Temperatur von 25°C haben und das bei der Verbrennung entstandene Wasser dampfförmig vorliegt. Der Heizwert (umgangssprachlich unpräzise „Energiegehalt“ oder „Energiewert“ genannt) ist die bei einer Verbrennung maximal nutzbare Wärmemenge, bei der es nicht zu einer Kondensation des im Abgas enthaltenen Wasserdampfs, bezogen auf die Menge des eingesetzten Brennstoffs (in Unterscheidung zum Brennwert), kommt. 10 kWh Heizwert entspricht: ca. 1 l Heizöl, ca. 1 m³ Erdgas, ca. 2 kg Holz-Pellets | ||
HeliostatenHeliostaten sind Spiegelapparate, die das Sonnenlicht unabhängig von der Veränderung der Sonne am Himmel stets auf einen ortsfesten Punkt reflektieren. | |
HOAI (Honorarordnung für Architekten- und Ingenieure)Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) ist eine Rechtsverordnung der deutschen Bundesregierung zur Regelung der Honorare für Architekten- und Ingenieurleistungen in Deutschland und gilt daher i.d. Regel nur für inländische Projekte. Darin geregelt werden Planungsleistungen in den Bereichen der Architektur, der Stadtplanung und des Bauwesens erbringen. Auch zum Thema "Bauphysik" werden in der Anlage Vorschläge zur Honorierung/prozentualen Kostenaufteilung pro Leistungsphase gegeben. Dies enthält jedoch "nur" Standardleistungen (z.B. Erfüllungsnachweise nach GEG) und nicht eine zusätzliche Förderbegeleitung bzw. Energiekonzeption zur höherwertigen Energiestandards. | ||
HolzpelletsHolzpellets bestehen vollständig oder überwiegend aus Holz oder Sägenebenprodukten. Sie dienen vor allem als Brennstoff. In deutlich geringerer Menge werden Holzpellets stofflich zur Herstellung von Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoffen verwendet. | |
HolzständerbauBeim Holzständerbau bilden die senkrechten Ständer die tragende Konstruktion und ermöglichen einen Hausbau über mehrere Geschosse. Fachwerkhäuser sind klassische Ständerbauten. Traditionell wurden die Gefache mit Ziegelmauerwerk oder Lehm ausgefüllt, bei modernen Fertighäusern sieht man stattdessen oft auch Glasflächen bzw. Wärmedämmung. Der Ständerbau, auch Holzskelett-Bauweise genannt, erlaubt große architektonische Freiheit beim Hausbau. | |
horizontalAls „horizontal“ werden Wärmeströmungen bezeichnet, die sich im Bereich von +/- 30° parallel zur horizontalen Ebene bewegen. | |
Hüllfläche | |
Hybrid-LüftungDie Hybrid-Lüftung basiert auf einer Zentralventilator-Lüftungsanlage, bei der der Ventilator automatisch außer Betrieb gesetzt wird bzw. mit geringerer Drehzahl weiterbetrieben werden kann, wenn der thermische Auftrieb über die Hauptleitung bzw. den Lüftungsschacht ausreichend für die Sicherstellung der geplanten Lüftungsstufe ist. Die Schaltung des Ventilators ist so zu steuern, dass ein vorgegebener mindestens erforderlicher Unterdruck im Lüftungsschacht sichergestellt wird. | ||
Hydraulischer AbgleichVor der Inbetriebnahme eines wassergeführten Systems sollte immer ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden. Ein hydraulischer Abgleich ist ein Verfahren, bei dem jeder Heizkörper bzw. Heizkreis einer Flächenheizung bei einer vorgegebenen Vorlauftemperatur genau mit der Wärmemenge versorgt wird, die notwendig ist, in den jeweiligen Räumen die gewünschte Solltemperatur zu erreichen. Der Abgleich kann auch zur Optimierung im laufenden Betrieb (z. B. nach einer Sanierungsmaßnahme) ausgeführt werden. Die Anlage kann dadurch mit optimalem Volumenstrom und Druck betrieben werden, was den Energieverbrauch mindert. | |
HypokaustumsystemDas Hypokaustumsystem wurde bereits in der Antike entwickelt. Es handelt sich um ein System der Boden- und Wandheizung durch Warmluft. Im Keller wurde mittels einer zentralen Feuerstelle heiße Luft erzeugt. Diese wurde durch 50 - 120 cm hohe Kanäle unter dem Fußboden und durch Hohlraumsysteme in den Mauersteinen geleitet. Die heiße Luft erwärmt die angrenzenden Bauteile (Wand und Fußboden), die die Wärme in die Räume abstrahlen. Dieses System wird heute wieder angewendet; die warme Luft wird jedoch unter Verwendung von Brennwerttechnik oder solarer Energiegewinnung gewonnen, da sie mit niedrigen Vorlauftemperaturen auskommt. | |