Glossar
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B
BauproduktegesetzGesetz über das „Inverkehrbringen von und den freien Warenverkehr mit Bauprodukten zur Umsetzung der Richtlinie 89/106/EWG des Rates vom 21. Dezember 1988 zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten über Bauprodukte“. | |
BauteilaktivierungBauteilaktivierung (auch: Betonkernaktivierung) meint ein System, bei welchem zur Temperaturregulierung die vorhandene Gebäudemasse als thermische Speichermasse und zur Wärmeübertragung genutzt wird. Solche Systeme werden zur alleinigen oder ergänzenden Raumheizung bzw. Kühlung eingesetzt. | ||
Bauteilbezogener mittlerer Wärmedurchgangskoeffizient [W/m²K]Der bauteilbezogene mittlere Wärmedurchgangskoeffizient gibt den durchschnittlichen Wärmedurchgangskoeffizienten für einzelne Bauteilgruppen an. Dieser durchschnittliche U-Wert der einzelnen Bauteile ist der Quotient aus der Summe der Wärmedurchgangsverluste der Bauteile durch die jeweilige Bauteilfläche. | ||
Bedarfsgesteuerte EinzelraumlüftungBeim Prinzip der bedarfsgesteuerten Einzelraumlüftung wird jeder Raum mit Zu- und Abluft ausgestattet. Diese Geräte können dezentral pro Raum angebracht werden, aber auch eine zentrale Versorgung ist denkbar. Um bei dem zentralen System jedoch trotzdem jeden Raum einzeln regeln zu können, genügen keine Zu- und Abluft-Ventilatoren direkt am Lüftungsgerät. Jeder Raum braucht seinen eigenen Ventilator, der auf den speziellen Raumbedarf eingeregelt wird. Ggf. ist auch ein eigenes Heizregister zum Nachheizen pro Raum nötig. Ist eine dezentrale Wärmerückgewinnung erwünscht, kippt das Ganze zu einem rein dezentralen System, da diese WRG nur in Verbindung mit eigenen Ventilatoren und ggf. einem Heizregister möglich ist. | |
BehaglichkeitBehaglichkeit bezeichnet das physische Wohlbefinden. Ein wesentlicher Teil ist die thermische Behaglichkeit, sie ist von vielen Faktoren und Zuständen abhängig. Die thermische Behaglichkeit wird u.a. durch Raumlufttemperatur, Oberflächentemperatur der raumumschließenden Bauteile, relative Luftfeuchte der Raumluft und die Luftbewegung im Raum beeinflusst. | |
BeleuchtungDie Ausleuchtung und Erhellung eines Raums oder Objekts mit Kunstlicht wird als Beleuchtung bezeichnet. Erfolgt diese anstatt durch Kunstlicht durch Sonnenlicht, spricht man nur dann von Beleuchtung, wenn technische Hilfsmittel beispielsweise Spiegel eingesetzt werden, um das Licht zu lenken. | ||
Beleuchtungsstärke [lx]Die Beleuchtungsstärke E [lx] ist der Lichtstrom auf ein Flächenelement, dividiert durch die Fläche dieses Elements. | ||
belüftetes DachDachkonstruktion, bei der direkt oberhalb der Wärmedämmung eine Luftschicht angeordnet ist, die mit der Außenluft in Verbindung steht. Definition nach DIN 4108-3:2024-03 (Feuchteschutz) | ||
Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit λB [W/mK]Der Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit wird i.d. Regel durch eine Zulassung des Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) gemäß DIN 4108-4:2020-11 festgelegt. Der Nennwert der Wärmeleitfähigkeit λD unterliegt hingegen europäischen (und nicht ganz so strengen) Anforderungen, weshalb dieser in einem öffentlich-rechtlichen Nachweis nicht ohne Sicherheitszuschläge angesetzt werden darf. | ||
BereitschaftswärmeverlusteDie Bereitschaftswärmeverluste bzw. Speicherverluste sind eine Angabe einer täglichen Wärmeverlustenergie [kWh/d] bei einer Temperaturdifferenz von 45 K zwischen Speicher und Aufstellraum. Sie entstehen, da Heißwasserspeicher immer ein gewisses Wasservolumen auf einer festgelegten Temperatur bereithalten müssen, damit schnell die gewünschte Temperatur entnommen werden kann. Hierbei spielen neben der Temperaturdifferenz zwischen Speichermedium und Umgebung ebenfalls die Dämmqualität des Speichers, die Speichergröße (größere Oberfläche = größere Wärmeabgabe) als auch der Zeitraum der Speicherung eine Rolle. Die Bereitschaftsverluste werden ebenfalls als Wärmeverlustleistung angegeben (1 kWh/d = 41,6 W). | ||
Bestmöglich-PrinzipDas Bestmöglich-Prinzip zielt auf eine möglichst umfassende Energieberatung ab, in welche alle in Betracht kommenden Faktoren zur Senkung des Primärenergiebedarfs einbezogen werden. Dabei sollen Energieberater in Maßnahmenempfehlungen stets den bestmöglichen Energieeffizienzstandard für das Gebäude bzw. den Nutzer auswählen. Das Bestmöglich-Prinzip sollte von Energieberatern umgesetzt werden, stellt aber keine vertraglich vereinbarte Leistung dar. | |
Bezugsflächen Wohn- und NichtwohngebäudeDie im gesetzlichen Nachweis ermittelten Energiebedarfe werden auf folgende Bezugsflächen [m²] bezogen:
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Bio-Methan-HerstellungBei der Produktion von Bio-Methan wird Wasserstoff mit CO2 thermochemisch synthetisiert (methanisiert). Das so erzeugte Bio-Methan kann gespeichert und in das Gasnetz eingespeist werden, um bei Bedarf in Wärme umgewandelt zu werden. Der Wirkungsgrad bei der Umwandlung von Strom zu Methan beträgt 60 Prozent, das heißt aus 1,0 Kilowattstunden Strom lassen sich 0,6 Kilowattstunden des Energieträgers Methan herstellen. | |
BiomasseBiomasse ist der biologisch abbaubare Teil von Erzeugnissen, Abfällen und Reststoffen der Landwirtschaft mit biologischem Ursprung (einschließlich tierischer und pflanzlicher Stoffe), der Forstwirtschaft und damit verbundener Wirtschaftszweige einschließlich der Fischerei und der Aquakultur. Auch der biologisch abbaubare Teil von Abfällen aus Industrie und Haushalten zählt nach dieser Definition zur Biomasse. | ||
bivalenter BetriebVon einem bivalenten Betrieb spricht man, wenn der Wärmerzeuger die Heizlast nicht alleine (monovalent) gewährleisten kann und daher ein zweiter Wärmeerzeuger hinzugeschaltet werden muss (z.B. Wärmepumpe mit elektrischem Heizstab). Dies erfolgt ab einer definierten Bivalenztemperatur (z.B. 2 °C) entweder in einem parallelen/ausgeglichenen oder (teil-)alternativen Betrieb. | |
BlockheizkraftwerkEin Blockheizkraftwerk (BHKW) ist eine Anlage, die durch das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung Strom und Wärme produziert und damit Hauptbestandsteil einer Kraft-Wärme-Kopplungs-(KWK-)Anlage ist. Es wird meist um einen Spitzenlastkessel ergänzt. | ||
Blower-Door-TestDer Blower-Door-Test ist eine Dichtheitsprüfung der Gebäudehülle. Die Dichtheit eines Gebäudes ist eine wichtige Forderung des GEG. Ein Blower-Door-Test wird nicht gefordert. Wird jedoch mittels Blower-Door-Test die Mindestanforderung bezüglich der Winddichtheit nachgewiesen, können im Berechnungsverfahren des Wärmebedarfs geringere Mindestluftwechsel und damit geringere Lüftungsverluste angesetzt werden. | ||
BnD - Bestätigung nach DurchführungEine "Bestätigung nach Durchführung" (BnD) wird im Rahmen von BEG-/KfW-Förderprozessen nach Abschluss der geförderten Maßnahmen erstellt, in der Regel durch eine:n Energieeffizienz-Expert:in. In der BnD wird bestätigt, dass die Maßnahmen wie geplant umgesetzt wurden, die technischen Mindestanforderungen eingehalten sind und die förderfähigen Kosten abschließend dokumentiert wurden. Die dabei erzeugte BnD-ID wird für den Nachweis gegenüber dem Fördergeber bzw. für die Auszahlung benötigt. Wichtig: Die BnD ersetzt nicht die Antragstellung, sondern dient dem Abschluss- und Verwendungsnachweis nach Durchführung der Maßnahme.
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Bodenplattenmaß BDas charakteristische Bodenplattenmaß B gibt Auskunft über die Kompaktheit des unteren Gebäudeabschlusses. Es wird zur Bewertung der Transmissionswärmeverluste über das jeweilige Bauteil herangezogen. Zur Bestimmung des charakteristischen Bodenplattenmaßes B wird die jeweilige Fläche AG des Bauteils [m2] ins Verhältnis zum exponierten Umfang P [m] gesetzt: Die Maßbezüge und Berechnungsgrundlagen ergeben sich aus der DIN V 18599-1:2018-09. Je kleiner das Bodenplattenmaß ist, desto größer ist der Umfang im Verhältnis zur Fläche, was auf eine geringere Kompaktheit und höhere Wärmeverluste hinweist. | |
BrennstoffzelleEine Brennstoffzelle erzeugt durch Umwandlung aus chemischen Energieträgern elektrische Energie. Meistens handelt es sich um Wasserstoff-Sauerstoff-Brennstoffzellen mit Wasserstoff als Energieträger. | ||
BrennwertDer Brennwert Hs (veraltet oberer Heizwert Ho) ist ein Maß für die spezifisch je Bemessungseinheit in einem Stoff enthaltene thermische Energie. Der Brennwert eines Brennstoffs gibt die Wärmemenge an, die bei Verbrennung und anschließender Abkühlung der Verbrennungsgase auf 25 °C erzeugt wird. Der Brennwert berücksichtigt sowohl die notwendige Energie zum Aufheizen der Verbrennungsluft und der Abgase, als auch die Verdampfungs- bzw. Kondensationswärme von Flüssigkeiten, insbesondere Wasser. Brennwertkessel machen sich diese im Wasserdampf des Abgases enthaltene Energie zu Nutze, indem sie die heißen Abgase soweit an einem Wärmetauscher Energie entziehen, dass dies abkühlen und der Wasserdampf kondensiert. | ||
BrennwertkesselHeizkessel mit Brennwertnutzung gewinnen über einen Wärmetauscher die Energie aus dem Abgas zurück, die bei der Kondensation des darin enthaltenen Wasserdampfs frei wird. | |
Bruttogeschossfläche [m²]Die Bruttogeschossfläche bemisst nach DIN 277 in Summe die Grundfläche der Geschosse mit Außenmaßbezug. | ||
Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ist einer der größten Fördergeldgeber des Bundes und vergibt z. B. Investitionszuschüsse für die Sanierung von Gebäuden, die Optimierung und den Einbau von Anlagentechnik unter dem Einsatz von erneuerbaren Energien. Auch Energieberatungen werden durch das BAFA gefördert. | ||
Bundesförderung für „Energieberatung für Wohngebäude (EBW)"Förderprogramm des Bundesministeriums
für Wirtschaft und Energie (BMWE); Grundlage ist die Richtlinie für die
Bundesförderung für „Energieberatung für Wohngebäude (EBW)“ vom 31. Mai 2023.
Sie trat am 01. Juli 2023 in Kraft und endet zum 31. Dezember 2026. Mit
Inkrafttreten ersetzte sie die Richtlinie über die Förderung der
Energieberatung für Wohngebäude (Vor-Ort-Beratung, individueller
Sanierungsfahrplan) vom 28. Januar 2020. | ||
Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)Förderprogramme zur Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien im Gebäudebereich, zur Verfügung gestellt durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), vergeben von dem BAFA sowie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). | ||
BzA - Bestätigung zum AntragEine "Bestätigung zum Antrag" (BzA) wird im Rahmen von BEG-/KfW-Förderprozessen vor der Antragstellung erstellt, in der Regel durch eine:n Energieeffizienz-Expert:in. In der BzA werden die geplanten energetischen Maßnahmen, die förderfähigen Kosten und die Einhaltung der technischen Mindestanforderungen bestätigt. Wichtig: Die BzA ist noch kein Förderantrag. Der Antrag selbst wird durch die Bauherrschaft gestellt. | ||